Dickes B oben an der Spree…

Young, multicultural and energetic… attributes, making Berlin perfect for a trip to celebrate reunion with my former room mates from the Bahnhofsmission, Thomse, Joh and Melli. Our starting point was the Pfefferbett Hostel at Prenzlauer Berg, an academic neighborhood near the center, and on our to-do list was sightseeing, nightlife and a lot of chill-out. Omnipresent throughout the whole trip: the frisbee… especially for the latter! Blessed with nice sunshine, Berlin showed us several of its uncountable faces. The political importance impressed during a visit of the Reichstag and the Office of the Federal Chancellor. Luckily, Angela invited to an open house that weekend… sitting on the green in the garden of the Chancellor playing frisbee was an awesome experience :) . As for all tourists, exploration of Berlin’s moving past at the Berliner Mauer, the Checkpoint Charlie and the Holocaust Memorial was mandatory and left behind a sad and sentimental feeling that, however, just lasted until the words „He, wanna throw the frisbee?“. The left-liberal society of Kreuzberg in East Berlin still reminded of the former GDR and the young people, that mainly took over this part of Berlin, achieved to conserve the revolutionary vibes from 1989. With clubs along the Spree riverside in Kreuzberg and near the Warschauer Straße, Berlin impressed with its vibrant nightlife, whereas Prenzlauer Berg came up with thousands of bars and cafes in a very relaxed atmosphere.

Well… there was obviously a lot of movement in Berlin in the past but the city has also achieved to remain its spirit of movement and its will of change until today. „Berlin is a city condemned always to become, never to be.“ Karl Scheffler. This is still valid, because new ideas are imported from all over the place by immigrants and young germans, who make Berlin a city that re-defines itself all the time.

Thanks to Thomse, Joh and Melli for that great trip!! Hope to see you again soon!

English follows German

Wie ihr seht hat das Design sich schon verändert und ich werd den Blog natürlich in Holland weiterführen. Diesmal jedoch abwechselnd in Deutsch und Englisch, da mittlerweile auch viele nicht-deutsche meinen Blog verfolgen. Der nächste Eintrag kommt dann aus Leiden, am Samstag geht’s los.

As you can see, the design has changed already and I’m gonna continue the blog from the Netherlands, of course, but this time I will alternate German and English since a lot non-germans follow this side, too. The next entry will be from Leiden then. On Saturday I head out.

Fuji-san (富士山)

Das bergige Innenland von Japan hat einen König. Fuji-san, den höchsten Berg des Landes, oder sagen wir besser, Vulkan, welcher die japanische Kultur über alle Epochen hinweg beeinflusst hat. Heutzutage ist er ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer und dem Ruf des Vulkans sind neben mir auch 7 meiner Kollegen verfallen.

Soviel vorweg, der 3 Tage-Trip war eines, wenn nicht sogar das Highlight meiner vier Monate in Japan. Die Reise ging los mit einer Fahrt zur 5ten Talstation, die für die meisten Wanderer als Ausgangspunkt dient. Von dort aus begann der zweitätige Aufstieg zum 3776 m hohen Gipfel. Unsere Füße führten uns zu Beginn durch kleine Wälder am Fuß des Vulkans, bis etwa ab 2500 m die üppige Vegetation Sträuchern und verschiedenfarbigem Vulkansand wich. Mal schwarz, mal rot, mal weiß und mal braun färbt ich die Landschaft bis wir nach Sonnenuntergang, und nach einem kurzen Regenschauer in der 3000 m hoch gelegenen Bergstation eintreffen, die unser Nachtlager sein wird. Sichtlich erschöpft freuten wir uns auf ein Abendessen, das jedoch abrupt unterbrochen wurde von einem heftigen Gewitter. Licht aus, Generatoren abschalten und das Essen wegpacken. Wir mussten auch noch einige Wanderer aufnehmen die sich kurz vor dem Gewitter zu unserer Bergstation vorgearbeitet hatten. Der leere Magen und die nasse Kleidung wurden aber mit einem atemberaubenden Blick belohnt, als der Himmel nach dem Gewitter den Mondschein freigibt. Nach der Wiederholung des Abendessens und einer kurzen Nacht konnten wir den wunderschönen Sonnenaufgang bei perfektem Wetter von der Bergstation aus genießen bevor der zweite Teil des Aufstiegs begann. Die Schritte wurden aufgrund der dünnen Luft nun immer kleiner und in den Pausen wusste man die revitalisierende Wirkung der Sauerstoffflasche zu schätzen. Am Nachmittag erreichten wir gut gelaunt den noch von Eis gesäumten Kraterrand am Gipfel, auf dessen anderer Seite eine Wetterstation den höchsten Punkt markiert. 3776 Meter, gut 800 Meter höher als das Dach Deutschlands, die Zugspitze.

Nach einer stärkenden Mahlzeit in gut gelaunter Atmosphäre aufgrund des erfolgreichen Aufstiegs und nach vielen Fotos begann der Abstieg über eine Strecke, die aufgrund ihres lockeren Vulkansandes zum semi-profesionellen Skifahren mit Wanderschuhen einlud. Nach einigen Stunden Tortur für die Oberschenkel war der Abstieg geschafft und auf uns wartete ein kühles Bier, ein Bad im Hot-Spring, frische Klamotten und eine üppige Mahlzeit im Hotel Fountaine Bleau nahe des Yamanaka See.

Bevor wir die Heimreise angetreten sind, ging’s auf einen Abstechen an den Yamanaka See mit einem Besuch einer Glasbläserei, wo sich jeder noch in einer selbst gemachten Glasperle verewigen konnte.

Mit den atemberaubenden Bildern noch vor Augen und der Gewissheit, dass dieser außergewöhnliche Trip das Ende meines Aufenthaltes in Japan darstellt, sitze ich gefühlsmäßig zweigeteilt im Auto auf dem Weg zurück nach Kobe. Meine Kollegen haben dort einige Tage später noch einen sehr bezaubernden Abschiedsabend für mich vorbereitet, was es mal wieder nicht einfach gemacht hat zu all den lieben Menschen „good bye“ zu sagen. Aber ich bin guter Dinge, dass aus diesem „good bye“ irgendwann wieder ein warmes „Willkommen“ wird.

Nagoya (名古屋市)

Wenn Tokyo ein Junge wäre, der ständig auf der Suche ist nach allem was neu, bunt und schräg aussieht, und Kyoto ein Geisha in traditionellem Gewand, dann ist Nagoya höchstwahrscheinlich der große Bruder von Beiden. Die Stadt gibt sich nüchtern und erwachsen und hat trotz der beachtlichen Größe ihre konservative, ja fast ländliche Mentalität beibehalten. Ich habe mich dort mit Katz getroffen, den ich in Tokyo kennengelernt hab und konnte auch etwas nachholen das mich zum einen extrem interessiert und das ich zum anderen in Tokyo knapp verpasst hab, einen Sumo (相撲) Wettkampftag.

Nachdem ich Katz am Bahnhof getroffen hab, gönnten wir uns erst mal ein Essen, typisch  für Nagoya, Miso Katsu (みそかつ), eine Hühnchengericht, dass mit einer Soße gegessen wird die aus Reis, Sojabohnen und Getreide besteht und dessen Name ausgesprochen sehr stark an „Miezekatze“ erinnert :) . Gut genährt und mit einigen Bierchen vom nächsten Grocery Store gings dann zum Sumo. Die Kämpfe erstrecken sich über mehrere Stunden und werden von sehr vielen Ritualen begleitet, die einen 10 Sekunden Kampf zu eine 10 minütige Zeremonie verlängern, was Katz und mir genug Zeit gab, die ganzen Bier zu vernichten, ein paar Snacks zu futtern, die letzen Kämpfe zu diskutieren, die teilweise sehr spektakuläre Stürze beinhalteten, und auf den nächsten Sieger zu wetten. Nach dem Sumo Wettkampftag war auch schon mein geplantes Programm für Nagoya beendet und es konnte die Kür folgen. Daher waren die nächsten Tage überaus entspannt. Wir chillten in unserem Okinawa-style Hostel mit den Australiern Rob und James, machten eine entspannten Walk entlang des Hafens, betrachteten den Sonnenuntergang über der Stadt vom Fernsehturm aus, verbrachten lange Nächte in den Bars von Nagoya und genehmigten uns eine zweifelhafte Spezialität im Bountainside Cafe, Spagetti mit Schokosoße, Bananen, Kirschen und Schlagsahne, eine nicht gerade harmonische Komposition, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Danke Katz für das coole Wochenende. Hat mich echt sehr gefreut, dass wir uns wiedersehen konnten, bevor ich wieder nach Deutschland abgehaun bin.

Nara & Hiroshima (奈良&広島)

Seit dem letzten Blogeintrag hat sich mein T-Shirt-Druchsatz locker verdoppelt. Es ist Regenzeit in Japan. Die Tür aus meinem klimatisierten Apartment zu öffnen gleicht, besonders nach einer regnerischen Nacht dem Gefühlt wenn man den Deckel eines Topfs mit kochendem Wasser öffnet. 30 Grad und mehr bei über 90% Luftfeuchtigkeit sind keine Seltenheit. Ein Reisender lässt sich aber durch nichts aufhalten, schon gar nicht vom Wetter und so mache ich eine Tagesreise in das relativ nahe gelegene Nara, eine kleine Stadt die noch vor Tokyo und Kyoto einmal die Hauptstadt Japans war. Ihre Sehenswürdigkeiten, die hauptsächlich religiöser Natur sind, scharen sich um einen riesigen Park, der von frei herumlaufenden Rehen übersät ist. Zentrum des Parks bildet eine 15 Meter hohe Buddha-Statue die sehr gewaltig wirkt. Während ich über das Gelände der Tempel und Schreine in Nara schlendere, merke ich jedoch, dass ich durch die Tempelflut aus Kyoto schon total überreizt bin von buddhistischen und shintoistischen Orten und so bin ich froh, dass Iga-san, meine Begleitung auf diesem Tagestrip, die Idee hat, sich auf die kulinarischen Spezialitäten der Stadt zu stürzen. Es ist sehr erfrischend durch das sehr ländlich anmutende Städtchen zu spazieren und sich den Rest des Tages einfach treiben zu lassen.

Für die Stadt Hiroshima, die ich nach einer 6 stündigen Busfahrt erreiche, habe ich mir 4 Tage Zeit genommen. Meine Gründe, die an einer traumhaften Bucht gelegene Stadt zu besuchen, sind zum einen die Geschichte dieser Stadt, besonders der Atombombenabwurf, dem mit einem großflächig angelegten Friedenspark und vielen dazugehörigen Museen gedenkt wird, die Insel Miyajima (宮島) mit dem berühmten schwimmenden Torii und nicht zuletzt, weil bisher alle Bekanntschaften auf meinen Reisen mir versichert haben, dass Hiroshima ultimative Party-Nächte garantiert. Wie ich finde, drei sehr gute Gründe :) .

Da die Wettervorhersage, wie leider so oft während der letzten Wochen für die kommenden vier Tage Regen meldete, nutzte ich den am ersten Tag noch recht stabil anmutenden Wolkenzustand aus und machte mich auf zur Insel Miyajima. Die Insel galt früher als so heilig, dass es keinem gestattet war sie zu betreten. Um dennoch einen begehbaren religiösen Ort daraus zu machen, haben sie auf hölzernen Pfählen einen Schrein im Wasser vor der Küste der Insel erbaut, welchen man per Boot durch ein im Wasser schwimmendes Torii betritt. Ähnlich wie im Park in Nara tummeln sich zahllose Rehe auf der Insel und hoffen auf gnädige, futterspendende Touristen und im Inselinneren gibt es viele wilde Affen, die sich den Inhalt von Handtaschen zur Futterquelle und sich somit deren unachtsame Besitzer als mehr oder minder ebenbürtigen Gegner auserkoren haben. Einer der wohl beeindruckendsten Blicke über die Bucht vom Berg Misen aus bleibt mir leider durch die tiefhängenden Wolken verwehrt. Den Abend lasse ich mit einer deutschen Begleitung, die ich im Hostel kennengelernt habe, bei Hiroshim-style Okinomiyaki und ein paar Drinks ausklingen bevor es am nächsten Tag zum Friedenspark im Herzen der Stadt geht.

Das Wetter erfreute die Meteorologen, aber leider auch nur die, denn Heute lagen sie  mit ihrer Vorhersage goldrichtig. Es schüttet aus Eimern, was mich aber weniger stört, da ich die Museen, die sich dem Atombombenabwurf widmen, erkunde (Glücklicherweise hatte ich noch am Donnerstag bei gutem Wetter einige Fotos des Parks machen können). Die grausamen Bilder und Fakten, die die Museen mir eröffnen, gipfeln in einem sehr nachdenklichen Gefühl, als ich mit meinen beiden Füßen genau auf dem Punkt stehte, an dem die todbringende Bombe detonierte und der Regen um mich und die dunklen Wolken am Horizont eine sehr bedrückende Atmosphäre schaffen. Ich habe den Drang ins Hostel zurückzukehren um auf andere Gedanken zu kommen und treffe dort auf eine heitere Runde aus Rucksackreisenden aus aller Herren Länder. Wie ich dort erfahre, haben nicht nur mir die Eindrücke aus den Museen eine Weile zu schaffen gemacht.

Aber keine Zeit für Gefühlsduseleien. Das Spiel Deutschland gegen Argentinien steht an und der Dritte Grund meiner Reise bewahrheitet sich an diesem Abend in einer Bar unweit vom Hostel, wo ich mit Begeisterung und mit steigendem Alkoholpegel, das Spiel zusammen mit einer Hawaiianerin, einem Kanadier, einem Australier, einem Schweden und vielen Japanern verfolge. Meine Stimmung ist, wie sicherlich bei vielen Deutschen an diesem Abend, sehr ausgelassen. Die restliche Zeit in Hiroshima verbringe ich sehr entspannt mit den Leuten aus dem Hostel bevor der Bus mich zurück nach Kobe bringt.

Kyoto 京都

Vielen bekannt ist diese Stadt wohl durch Tagesschau und Heute Journal aufgrund des gleichnamigen Protokolls zum Klimaschutz. Auch wenn die Umsetzung des Abkommens historischen Charakter vermissen lässt, war zumindest der Ort der Verhandlungen historisch. Die ehemalige Hauptstadt Japans während der Heian Ära (平安時代) wurde von den Bombardements während des zweiten Weltkrieges aus Rücksicht vor der japanischen Kultur verschont und beheimatet daher noch viele historische buddhistische Tempel und Shinto-Schreine darunter 17 UNESCO Welterbestätte.

Mein Kurztrip nach Kyoto begann am Freitag Abend als ich mich im K’s Backpackers House einquartierte. Danke Beat für den Tipp. Nach einer langen Nacht in Kyoto mit Nic, einem Ami den ich im K’s House kennengelernt hab, gings früh morgens nach Higashiyama (東山) um die vielen Sehenswürdigkeiten abzuklappern. Am Mittag schloss sich noch meine Kollegin Iga-san meiner Tour an. Sie studierte in Kyoto und konnte mir auch etwas Hintergrundinfos zu den Orten geben. Kyoto fühlt sich, besonders in den noch sehr gut erhaltenen Stadtvierteln Gion (祇園) an als würden gleich die Geisha (芸者) und Samurai (侍) aus der nächsten Haustüre kommen. Neben den vielen unechten Touri-Geisha an den Sehenswürdigkeiten gibt es jedoch noch professionell praktizierende Geisha in Kyoto. Und bei einem Spaziergang durch die Shimbasi-dori, einer Straße in Higashiyama, stieß mich Iga-san mit dem Ellenbogen an, zeigte mit dem Finger auf eine vorbeihuschende, traditionell gekleidete Dame und meinte „This is a real one!“.

Am Sonntag hab ich dann meine Erkundungstour in Arashiyama (嵐山) im Nordwesten der Stadt fortgesetzt, wo das wohl bekannteste Gebäude Kyotos (vielleicht sogar ganz Japans) steht, Kinkaku-ji (金閣寺), der „Goldene Tempel“. Auf meinem Weg in den Bambusgarten am Rand der Stadt hat der Stadtplan meines Reiseführers mir ein Schnippchen geschlagen und so fand ich mich nach einer verwirrenden Zugfahrt plötzlich mitten in den Bergen außerhalb der Stadt, wo es auch keiner mehr für nötig gehalten hat irgendwas ins Englische zu übersetzten. Dank der Hilfe zweier japanischer Wanderer fand ich jedoch wieder zurück in die Stadt und konnte meine Tour fortsetzten bevor es dann am späten Abend wieder zurück nach Kobe ging.

und weiter geht’s… nach Leiden!

Deutschland wird mich wohl weiterhin nur in homöopathischen Dosen abbekommen. Der nächste große Wurf ist gelungen. Die Leiden Universität in den Niederlanden hat meine Bewerbung für gut befunden und mich in ein zweijähriges Master Studium aufgenommen, dass den schönen Namen „Bio-Pharmaceutical Sciences“ trägt. Die Uni wurde 1575 gegründet und ist somit die Älteste in den Niederlanden und wurde zudem von mehreren Agenturen unter die Top 80 Unis weltweit gewählt. Sogar mein Ulmer Buddy Albert Einstein gehörte zu dieser Universität. Sie beheimatet in neun Fakultäten und 50 Instituten etwa 20 000 Studenten, was ungefähr 1/5 der Gesamtbevölkerung von Leiden ausmacht. Es ist also durch und durch eine Studentenstadt und wie mir von mehreren Leuten berichtet wurde dazu noch eine bezaubernd schöne. Sie liegt direkt am Meer und nur einen Katzensprung von Amsterdam entfernt. Das historische Zentrum ist weitläufig und von putzigen Kanälen durchzogen.

Das Foto rechts ist vom Herengracht, der Straße die, zumindest für die Anfangszeit, mein Zuhause sein wird. Ich werde mich, dank der lieben Unterstützung von einer Freundin, dort in einem internationalen Haus einquartieren. Das Studium starten am ersten September, was bedeutet, dass ich in Deutschland nur etwa drei Wochen verweilen kann. Aber ich werd ja dann mal zumindest mein Dasein in der gleichen Zeitzone fristen. Da sollte es schon einfacher sein in den Feiertagen die Heimat anzusteuern… oder einfach euch bei mir Willkommen zu heißen. Solange werde ich noch ausgiebig das Land der aufgehenden Sonne mit der Gewissheit genießen, dass die nächsten zwei Jahre in trockenen Tüchern sind.

Noch etwas anderes, dass ich gerne loswerden würde. Während ich diesen Eintrag verfasst habe, hat mich eine sehr traurige Nachricht aus Deutschland erreicht. Ich möchte daher diesem sehr lieben Menschen sagen, dass ich in Gedanken bei Dir bin und Dir viel Kraft wünschen will um diese schreckliche Zeit durchzustehen. Es erinnert mich schmerzlich daran, dass man Vieles in seinem Leben als zu selbstverständlich hinnimmt und nach immer noch mehr strebt, ohne dabei mal Inne zu halten um sich bewusst zu werden, was einem eigentlich wirklich was bedeutet!

Tokyo 東京

Danke nochmals vorab an Alle für die vielen lieben Geburtstagsgrüße. Ich hab mich rießig gefreut. Und auch über die tollen Glückwunschkarten, die ich in meinem Briefkasten gefunden habe als ich nach meinem Tokyo-Trip zurück nach Ashiya gekommen bin! Ich kann ja leider schon wieder nicht mit euch allen feiern… das Reisefieber… was soll man machen :) .

Meinen Geburtstag hab ich am Wochenende noch in Kobe mit ein paar Kollegen/innen gefeiert und am Montag gings für mich dann eine Woche nach Tokyo. Gefahren bin ich mit dem Shinkansen (新幹線), quasi dem japanischen ICE. 500 km in 2,5 Stunden. Das macht schon was her. Anders jedoch als sein deutsches Gegenstück, hat die Japan Railway eigene „Rennstrecken“ für diese Vorzeigezüge gebaut. Es geht über Aquädukt-ähnliche Brücken, durch Tunnel, vorbei an klein Bergdörfchen, an Großstädten wie Kyoto  und dem Berg Fuji (富士山). Angekommen in Tokyo bezog ich mein Bett im Khaosan Guesthouse in Asakusa (浅草) und sah mir den nahegelegenen Tempel Senso-ji (浅草寺) an, der von einem großen bunten Markt umgeben ist. Mit Éva aus Ungarn gings an meinem ersten Abend in eine Bar in Asakusa gleich nahe des Khaosan.

Ich hatte mir vor meinem Trip zusammen mit meiner Bürokomplizin Matsui-san einen Schachtplan für Tokyo zurechtgelegt und dem ging ich am ersten Tag strammen Fußes auch zielstrebig nach. Shibuya (渋谷区) und Shinjuku (新宿区) waren meine ersten Ziele. Shibuya ist Heimat der wohl bekanntesten Kreuzung der Welt und bietet viele überfüllte Einkaufsgassen. Trotz meiner, für japanische Verhältnisse übermenschlich großen Füße schaffte ich es dort schicke Treter für mich zu finden. In Shinjuku verbrachte ich meine Zeit unter anderem im Shinjuku-gyoen, einem rießigen, wunderschön angelegten japanischen Garten, bei einem Walk durch den Park des Meiji-Jingu Schreins (明治神宮) und betrachtete die Stadt vom Metropolitan Governmential Tower aus.

Ein Stadtteil der mich während der Woche besonders fasziniert hat, ist Akihabara (秋葉原). Vielleicht auch bekannt als Erotic-, Manga- oder Electronic-City. Eine Ansammlung all dessen, was der gemeine Deutsche einem vereinsamten 30-jährigen Japaner andichten würde. Und solche „Geeks“ findet man tatsächlich in den kleinen Gassen von Akihabara zu Hauf. Sie kaufen sich die neuesten Videospiele, tauschen Fachsimpeleien mit CPU-Verkäufern, lassen sich von in Manga-Kostümen gekleideten, hübschen Bedienungen in den Maid-Cafes ihren Drink mit den Worten „mein Gebieter“ reichen, holen sich das neueste Erotik-Material in den unzähligen rot beleuchteten Läden und daddeln auf ihrem Nintendo-DS am Straßenrand. Apropos Maid-Cafes… ich habe mir natürlich dieses spezielle Erlebnis nicht nehmen lassen, und bin mit Daniel, der mein Zimmerkomplize im Khaosan war, einen Drink im @home-cafe genehmigt, den ich mit einem permanenten Grinsen im Gesicht genießen durfte :) . Einen besonderen Geschenkwunsch aus Deutschland konnte ich in Akihabara auch erfüllen. (Derjenige wird jetzt sicher wissen was ihn erwartet!)

Die Nächte um die Ohren schlagen (eine echt komische Redewendung) lässt sich am besten im Stadtteil Roppongi (六本木) und den besten Blick auf Tokyo bei Nacht bietet der Tokyo-Tower, der dem Eiffelturm nachempfunden wurde. Eine weitere weltweitbekannte Spezialität in Tokyo ist der Tsukiji-Fisch-Markt (築地市場), den ich mit Beat früh morgens besucht hab. Ein hektisches Treiben rund um alles Essbare was das Meer so hergibt. Das Frühstück bestand daher auch aus frischem, rohen Tunfisch direkt vom Markt, das Beste das ich bis dato hatte. Kenner meines Blogs haben wahrscheinlich schon den neuen Link im Blogroll entdeckt „The-Beat-goes-round“. Beat reißt schon seit einigen Monaten durch Asien und hat noch einige Monate vor sich. Ein Besuch lohnt sich!

Besonderen Spaß hatte ich auf einer Karaoke-Party mit gut 15 Leuten aus aller Herren Länder und nicht zuletzt durch solche Nächte, konnte ich während der Woche einige Leute kennenlernen (wie immer wenn man unterwegs ist). Darunter auch Katz, ein sehr lustiger Japaner den ich im July in Nagoya für ein paar Tage besuchen werde.

Es bleiben viele Eindrücke aus einer der gewaltigsten Städte der Welt und die Erkenntnis, dass mein 2 Millionen Kobe für asiatische Verhältnisse schon fast beschaulich wirkt.

Tosho-gu Schrein in Shinjuku

Die weltberühmte Kreuzung in Shibuya

Kamishibai ist eine traditionelle Art Geschichten mit gemalten Bilder zu erzählen. In einer Bar in Asakusa haben zwei lustige Vögel das für uns auf Englisch „performed“. Das Video geht zwar ne Weile, ist aber lohnenswert!

Ein kleiner Spaziergang durch die Gässchen von Akihabara.

Die schon erwähnte Karaoke-Party… zwar etwas peinlich wenn man sich das nüchtern anschaut… aber lustig :)

Und zu guter Letzt ein kurzer Walk durch den Tsukiji Fisch Markt

Osaka Sky Building

Angekommen in der Moderne von Osakas Innenstadt Umeda lasse ich die Lichter der Stadt vom Sky Building aus auf mich wirken, bevor es in eine der unzähligen Bars im Herzen der pulsierenden Metropole Osaka geht. Das Gebäude ist sicher ein architektonischer Leckerbissen… wenn ich denn Architektur studiert hätte ;) … Es erinnert an einen supermodernen Triumphbogen der den besten Blick über die Millionenstadt gewährt.

Osaka Castle 大阪城

Den Krieg gegen Tokyo (zu der Zeit Edo genannt) hat der Kaiser von Osaka vor einigen hunderten Jahren leider verloren, was die Edo-Ära in Japan einläutete. Daher musste das Schloss von Osaka neu errichtet werden und dient jetzt als Herberge eines geschichtlichen Museums. Es hat jedoch nichts von seiner Ausstrahlung verloren und erinnert immer noch an die damalige Zeit, in der die Samurai ihre Stadt verteidigen mussten. Iga-san, die sich viel mit japanischer Geschichte beschäftigt hat, führt mich durch den großzügig angelegten Garten der Festung und durch die Exponate des Museums.

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