English follows German

Wie ihr seht hat das Design sich schon verändert und ich werd den Blog natürlich in Holland weiterführen. Diesmal jedoch abwechselnd in Deutsch und Englisch, da mittlerweile auch viele nicht-deutsche meinen Blog verfolgen. Der nächste Eintrag kommt dann aus Leiden, am Samstag geht’s los.

As you can see, the design has changed already and I’m gonna continue the blog from the Netherlands, of course, but this time I will alternate German and English since a lot non-germans follow this side, too. The next entry will be from Leiden then. On Saturday I head out.

Fuji-san (富士山)

Das bergige Innenland von Japan hat einen König. Fuji-san, den höchsten Berg des Landes, oder sagen wir besser, Vulkan, welcher die japanische Kultur über alle Epochen hinweg beeinflusst hat. Heutzutage ist er ein beliebtes Ziel für Wanderer und Kletterer und dem Ruf des Vulkans sind neben mir auch 7 meiner Kollegen verfallen.

Soviel vorweg, der 3 Tage-Trip war eines, wenn nicht sogar das Highlight meiner vier Monate in Japan. Die Reise ging los mit einer Fahrt zur 5ten Talstation, die für die meisten Wanderer als Ausgangspunkt dient. Von dort aus begann der zweitätige Aufstieg zum 3776 m hohen Gipfel. Unsere Füße führten uns zu Beginn durch kleine Wälder am Fuß des Vulkans, bis etwa ab 2500 m die üppige Vegetation Sträuchern und verschiedenfarbigem Vulkansand wich. Mal schwarz, mal rot, mal weiß und mal braun färbt ich die Landschaft bis wir nach Sonnenuntergang, und nach einem kurzen Regenschauer in der 3000 m hoch gelegenen Bergstation eintreffen, die unser Nachtlager sein wird. Sichtlich erschöpft freuten wir uns auf ein Abendessen, das jedoch abrupt unterbrochen wurde von einem heftigen Gewitter. Licht aus, Generatoren abschalten und das Essen wegpacken. Wir mussten auch noch einige Wanderer aufnehmen die sich kurz vor dem Gewitter zu unserer Bergstation vorgearbeitet hatten. Der leere Magen und die nasse Kleidung wurden aber mit einem atemberaubenden Blick belohnt, als der Himmel nach dem Gewitter den Mondschein freigibt. Nach der Wiederholung des Abendessens und einer kurzen Nacht konnten wir den wunderschönen Sonnenaufgang bei perfektem Wetter von der Bergstation aus genießen bevor der zweite Teil des Aufstiegs begann. Die Schritte wurden aufgrund der dünnen Luft nun immer kleiner und in den Pausen wusste man die revitalisierende Wirkung der Sauerstoffflasche zu schätzen. Am Nachmittag erreichten wir gut gelaunt den noch von Eis gesäumten Kraterrand am Gipfel, auf dessen anderer Seite eine Wetterstation den höchsten Punkt markiert. 3776 Meter, gut 800 Meter höher als das Dach Deutschlands, die Zugspitze.

Nach einer stärkenden Mahlzeit in gut gelaunter Atmosphäre aufgrund des erfolgreichen Aufstiegs und nach vielen Fotos begann der Abstieg über eine Strecke, die aufgrund ihres lockeren Vulkansandes zum semi-profesionellen Skifahren mit Wanderschuhen einlud. Nach einigen Stunden Tortur für die Oberschenkel war der Abstieg geschafft und auf uns wartete ein kühles Bier, ein Bad im Hot-Spring, frische Klamotten und eine üppige Mahlzeit im Hotel Fountaine Bleau nahe des Yamanaka See.

Bevor wir die Heimreise angetreten sind, ging’s auf einen Abstechen an den Yamanaka See mit einem Besuch einer Glasbläserei, wo sich jeder noch in einer selbst gemachten Glasperle verewigen konnte.

Mit den atemberaubenden Bildern noch vor Augen und der Gewissheit, dass dieser außergewöhnliche Trip das Ende meines Aufenthaltes in Japan darstellt, sitze ich gefühlsmäßig zweigeteilt im Auto auf dem Weg zurück nach Kobe. Meine Kollegen haben dort einige Tage später noch einen sehr bezaubernden Abschiedsabend für mich vorbereitet, was es mal wieder nicht einfach gemacht hat zu all den lieben Menschen “good bye” zu sagen. Aber ich bin guter Dinge, dass aus diesem “good bye” irgendwann wieder ein warmes “Willkommen” wird.

Nagoya (名古屋市)

Wenn Tokyo ein Junge wäre, der ständig auf der Suche ist nach allem was neu, bunt und schräg aussieht, und Kyoto ein Geisha in traditionellem Gewand, dann ist Nagoya höchstwahrscheinlich der große Bruder von Beiden. Die Stadt gibt sich nüchtern und erwachsen und hat trotz der beachtlichen Größe ihre konservative, ja fast ländliche Mentalität beibehalten. Ich habe mich dort mit Katz getroffen, den ich in Tokyo kennengelernt hab und konnte auch etwas nachholen das mich zum einen extrem interessiert und das ich zum anderen in Tokyo knapp verpasst hab, einen Sumo (相撲) Wettkampftag.

Nachdem ich Katz am Bahnhof getroffen hab, gönnten wir uns erst mal ein Essen, typisch  für Nagoya, Miso Katsu (みそかつ), eine Hühnchengericht, dass mit einer Soße gegessen wird die aus Reis, Sojabohnen und Getreide besteht und dessen Name ausgesprochen sehr stark an “Miezekatze” erinnert :) . Gut genährt und mit einigen Bierchen vom nächsten Grocery Store gings dann zum Sumo. Die Kämpfe erstrecken sich über mehrere Stunden und werden von sehr vielen Ritualen begleitet, die einen 10 Sekunden Kampf zu eine 10 minütige Zeremonie verlängern, was Katz und mir genug Zeit gab, die ganzen Bier zu vernichten, ein paar Snacks zu futtern, die letzen Kämpfe zu diskutieren, die teilweise sehr spektakuläre Stürze beinhalteten, und auf den nächsten Sieger zu wetten. Nach dem Sumo Wettkampftag war auch schon mein geplantes Programm für Nagoya beendet und es konnte die Kür folgen. Daher waren die nächsten Tage überaus entspannt. Wir chillten in unserem Okinawa-style Hostel mit den Australiern Rob und James, machten eine entspannten Walk entlang des Hafens, betrachteten den Sonnenuntergang über der Stadt vom Fernsehturm aus, verbrachten lange Nächte in den Bars von Nagoya und genehmigten uns eine zweifelhafte Spezialität im Bountainside Cafe, Spagetti mit Schokosoße, Bananen, Kirschen und Schlagsahne, eine nicht gerade harmonische Komposition, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Danke Katz für das coole Wochenende. Hat mich echt sehr gefreut, dass wir uns wiedersehen konnten, bevor ich wieder nach Deutschland abgehaun bin.

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