Nagoya (名古屋市)

Wenn Tokyo ein Junge wäre, der ständig auf der Suche ist nach allem was neu, bunt und schräg aussieht, und Kyoto ein Geisha in traditionellem Gewand, dann ist Nagoya höchstwahrscheinlich der große Bruder von Beiden. Die Stadt gibt sich nüchtern und erwachsen und hat trotz der beachtlichen Größe ihre konservative, ja fast ländliche Mentalität beibehalten. Ich habe mich dort mit Katz getroffen, den ich in Tokyo kennengelernt hab und konnte auch etwas nachholen das mich zum einen extrem interessiert und das ich zum anderen in Tokyo knapp verpasst hab, einen Sumo (相撲) Wettkampftag.

Nachdem ich Katz am Bahnhof getroffen hab, gönnten wir uns erst mal ein Essen, typisch  für Nagoya, Miso Katsu (みそかつ), eine Hühnchengericht, dass mit einer Soße gegessen wird die aus Reis, Sojabohnen und Getreide besteht und dessen Name ausgesprochen sehr stark an “Miezekatze” erinnert :) . Gut genährt und mit einigen Bierchen vom nächsten Grocery Store gings dann zum Sumo. Die Kämpfe erstrecken sich über mehrere Stunden und werden von sehr vielen Ritualen begleitet, die einen 10 Sekunden Kampf zu eine 10 minütige Zeremonie verlängern, was Katz und mir genug Zeit gab, die ganzen Bier zu vernichten, ein paar Snacks zu futtern, die letzen Kämpfe zu diskutieren, die teilweise sehr spektakuläre Stürze beinhalteten, und auf den nächsten Sieger zu wetten. Nach dem Sumo Wettkampftag war auch schon mein geplantes Programm für Nagoya beendet und es konnte die Kür folgen. Daher waren die nächsten Tage überaus entspannt. Wir chillten in unserem Okinawa-style Hostel mit den Australiern Rob und James, machten eine entspannten Walk entlang des Hafens, betrachteten den Sonnenuntergang über der Stadt vom Fernsehturm aus, verbrachten lange Nächte in den Bars von Nagoya und genehmigten uns eine zweifelhafte Spezialität im Bountainside Cafe, Spagetti mit Schokosoße, Bananen, Kirschen und Schlagsahne, eine nicht gerade harmonische Komposition, wie ihr euch sicher vorstellen könnt.

Danke Katz für das coole Wochenende. Hat mich echt sehr gefreut, dass wir uns wiedersehen konnten, bevor ich wieder nach Deutschland abgehaun bin.

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